„Ich wäre lieber Bettlerin und ledig als Königin und verheiratet.“ – Königin Elisabeth I
Chancen und Gefahren von Unzufriedenheit
Zufriedenheit und besonders Unzufriedenheit sind prägende Elemente der heutigen Gesellschaft. Unzufriedenheit ist die einflussreichste Quelle für Depression, kann aber gleichzeitig Initiator für Erneuerung sowie Tatkraft und damit Weiterentwicklung sein. Es gibt Personen, welche in ihrer Unzufriedenheit tiefer in die Traurigkeit rutschen. Andere Menschen benötigen gerade diese Unzufriedenheit als Energiequelle, die nächsten Schritte zu finden und zu realisieren. Folglich ist unter Berücksichtigung der individuellen Aspekte ein aktiver Umgang mit Unzufriedenheit nur schwer im Sinne eines Patentrezeptes zu pauschalisieren.
Um seine Unzufriedenheit zu managen hat es sich als außerordentlich hilfreich herausgestellt, sie in Worte zu fassen und niederzuschreiben Dies ermöglicht, aus der Unzufriedenheit substantielle Ziele zu formulieren und einen Handlungsplan als Quelle der individuellen Weiterentwicklung abzuleiten. Diese Methode versucht, der Unzufriedenheit durch Visualisierung Transparenz zu verleihen. Wird diese Aufstellung abgeschlossen ist schon die Hälfte der durchführbaren Leistung getan – „das Erkennen des Problems ist schon die Hälfte der Lösung“.
Jeden visualisierten Bereich können Sie nun durch die Identifikation von Quellen und Einflussfaktoren der Unzufriedenheit strukturieren und so feststellen, an welchen Sie durch Eigeninitiative aktiv arbeiten können. Haben Sie die Einflussfaktoren der Unzufriedenheit formuliert, können Sie diese wie in Kapitel „Ziele & Visionen“ beschrieben in einen aktiven Arbeitsplan einfließen lassen.
Konkretisieren der Unzufriedenheit
Entscheidend ist es, sich der Unzufriedenheit nicht hinzugeben und sie pauschal und unkonkret im Raum stehen zu lassen. Nur die Konkretisierung schafft Sicherheit und wirft Möglichkeiten zur Bearbeitung auf. Wie im vorherigen Kapitel wurde Angst als Gefühl vor dem Unbekannten definiert. Unzufriedenheit sollten Sie demnach Transparenz verleihen.
Umfassende Zufriedenheit ist heute besonders bei Personen zwischen 20 und 50 Jahren selten anzutreffen. Einer flüchtigen Zustimmung, ob der Befragte denn zufrieden sei, folgt doch meist bei ausgiebigerer Forschung eine rasche Relativierung. Persönlichen Fortschritt zu fordern und der Wille nach einem Mehr von materiellen und immateriellen Gütern lässt uns rastlos streben. Sie sollten sich aber der momentanen Zufriedenheit geruhsam hingeben und Momente sowie ganze Lebensabschnitte genießen.
Obwohl Sie im Alter zwischen 20 und 30 Jahren die ganze Welt erstürmen können und vielleicht möchten, sollten Sie nicht vergessen beispielsweise mal mit Ihren Freunden den ganzen Sonntag Fußball zu spielen und dann ohne schlechtes Gewissen den Abend noch ins Kino zu gehen. Denn was hilft Ihnen eine erstürmte Welt mit einem frühen Herzinfarkt oder einem Hirnschlag, unter welchen momentan immer jüngere Menschen leiden müssen?
Zufriedenheit und Inaktivität
Umgekehrt sollten Sie jedoch auch kritisch beurteilen, ob ein heutiges Zufriedensein nicht zu vielleicht später folgenreicher Inaktivität führt. Die Inaktivität besonders in den jungen Jahren kann im späteren Leben eine Reihe negativer Konsequenzen haben, zum Beispiel die beruflichen Chancen stark limitieren. Aus momentaner Zufriedenheit Abschlüsse hinzuschmeißen oder auf eine Ausbildung zu verzichten hat besonders heute im Kampf um jeden Arbeitsplatz und der damit verbundenen finanziellen Absicherung schwere Folgen. (-> Onlinekredit)
Hinzuzufügen ist noch, dass Sie auch unzufrieden und trotzdem glücklich sein können. Dies ist der Fall wenn Sie jede Situation genießen, welche Ihnen das Leben bietet, aber Sie sich zur selben Zeit etwas mehr Herausforderung wünschen.
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