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Fühlmuster: Trauer und Freude


„Die größte Gefahr lauert im Moment des Sieges.“ – Napoleon Bonaparte

Trauer und Freude treffen uns vorwiegend unerwartet und beeinflussen uns über einen ausgedehnten Zeitraum. Bedeutend ist, mit Freude ebenso einträglich und produktiv umzugehen wie auch mit Trauer.

Trauer ist eine Reaktion auf ein Verlustgefühl. Diese Verluste können beispielsweise der Tod von einer nahe stehenden Person, eines Haustiers oder der Verlust eines Lieblingsgegenstandes sein. Im Muster der Trauer treten vier Phasen auf:

1. Verdrängungsphase, welche sich durch ein betäubtes Benehmen zeigt

2. Verzweiflungs- oder Sehnsuchtsphase

3. niedergeschlagene oder depressive Phase

4. Reorganisation des Individuums

Diesen Prozess der vier Phasen hat schon Sigmund Freud (1856-1939) als „Trauerarbeit“ bezeichnet. Heute ist dieses Muster nicht nur akzeptiert, sondern es ist auch aufgezeigt, dass eine Person alle diese Phasen durchwandern muss, um nicht in den Zustand der pathologischen Trauer, d.h. anhaltende Depressionen zu verfallen. Besonders die letzte Phase der Reorganisation kann nicht nur mit Schuldgefühlen, sondern auch mit Aggressionen beispielsweise gegenüber der verstorbenen Person oder dem nahen Umfeld einhergehen.

Haben Sie diesen Prozess verstanden, können Sie sich und andere Personen in der Trauerarbeit unterstützen und sich oder der Person Zeit zum Durchwandern aller Phasen geben. Eine bessere Verarbeitung des Vorfalls führt zu einem geringeren Risiko des Rückfalles in Aggression, Niedergeschlagenheit und Depression.

Zeitnahe Verarbeitung positiver & negativer Gefühl

Wie bereits eingangs diskutiert bedarf der Umgang mit Freude ebenfalls einer aktiven Herangehensweise. Freude ist ein Gefühl, welches Sie ebenso wenig unterdrücken sollten wie Trauer. Es gibt jedoch Situationen, in welchen Sie aus strategischen Gründen keine überschwängliche Freude zeigen sollten, wie beispielsweise in professionellen Verhandlungen. Äußert häufig ist die Zeit der freudigen Euphorie schon auf Grund der Unachtsamkeit eine erneute Quelle der Gefahr. Ebenfalls gibt es Szenarien, in welchen Sie aktive Freude, zum Beispiel Freude an einer Opportunität (z.B. Freizeit), verschieben um ein höheres Maß an Freude zu einem späteren Zeitpunkt zu genießen. Zu Beachten ist dabei aber, dass verschobene Freude sich mit der Zeit verkleinert. Die Freude über ein erfolgreiches Meeting ist nach 2 Wochen nur noch kaum nachzuvollziehen, da die Erleichterung von Stress und Aufregung nicht mehr zurückzuverfolgen ist.

In der Autobiographie von Jack Welch, ehemaliger CEO von General Electric, führt dieser auf, welchen positiven Wert es hat Erfolge zu feiern. Fragen auch Sie sich einmal, warum Sie oder eine andere Person Erfolge brauchen, wenn Sie diese nicht auch ausleben möchten.

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